2-2: Ethnische Säuberungen

Der amerikanische Politiker Lyndon LaRouche meint, dass das Schicksal der Welt mehr von einflussreichen Kräften bestimmt wird als von soziologischen Bewegungen. Kurz vor dem Irak-Krieg sagte er:

"A new Middle East war of the general type and implications indicated, will occur if certain specified incidents materialize. It will occur only if the combination of the Israeli government and certain Anglo-American circles wish to have it occur. If they should wish it to occur, the incidents to "explain" that occurrence, will be arranged." ...
"Contrary to widespread childish opinion, most of the important things that happen in the world, happen because powerful forces intend them to happen, not because of some so-called "sociological" or other statistical coincidence of the types reported for the popular edification of the easily deluded. A new Middle East war, bigger than any yet seen, is inevitable under presently reigning global influences.”

Die Einflussnahme der Mächtigen hinterlässt Spuren, die sich in Anordnungen, Verordnungen und Gesetzen niederschlagen. So war es auch am Ende des zweiten Weltkriegs, als die Alliierten ihre Pläne für Deutschland umsetzten. Es war nicht damit getan, das befreite Deutschland einfach wieder zu verlassen, denn Deutschland sollte sich niemals wieder erheben können. Teilung, Ausbeutung und Dauerbesetzung sollten dafür sorgen. So galt für Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg die amerikanische Direktive JCS 1067, wonach Entmilitarisierung, Entnazifizierung, und die Aufteilung in Zonen vorgesehen waren.

Die Alliierten versuchten nun zusätzlich, zu jedem Teil des geteilten Landes eine bessere Beziehung zu unterhalten, als die Länder sie untereinander hatten und sie versuchten, den Westen und den Osten gegeneinander aufzuhetzen. Ganz in diesem Sinne gilt auch aktuell noch die Devise des US-Regierungsberaters Brzezinski, der die USA als einzige und letzte Weltmacht sieht: [1]

„Erstes Ziel der US-Außenpolitik muss es sein, eine eurasische Allianz zu verhindern. Amerika muss gute Beziehungen zu den einzelnen Spielern auf dem eurasischen Schlachtfeld haben, und diese müssen einander weniger trauen als jeweils den USA.“

In der praktischen Umsetzung gelang es den USA aber in Deutschland nicht, Freunde, Verwandte und Nachbarn dauerhaft gegeneinander aufzubringen. In Deutschland waren die zwischenmenschlichen Bindungen in der Bevölkerung zwischen Ost und West auch nach 50 Jahren noch außerordentlich stark, obwohl die Regierungen beider Länder den wechselseitigen Hass kräftigst schürten. Sehr deutlich wird an diesen Beispielen, dass die Haltung der Bevölkerungen zueinander oft genug wenig mit den Haltungen ihrer Regierungen gemeinsam hat.

Ähnliches versuchte die US-Army in Nord- und Südvietnam, in Nord- und Südkorea und im zuletzt im Irak. Die US-Army setzte damals wie heute Sozialwissenschaftler ein, die vor Ort die Kulturen und latenten Konflikte zwischen ihnen ausforschen. Das sind die sog. „Human Terrain Teams.“ In Zusammenarbeit mit ihren Special Operation Forces wie den P2OG heizen diese die vorhandenen Spannungen mit False Flag Operations an, die sie der einen oder der anderen Seite unterschieben. Im Handbuch der US-Army zur Anthropologie der Söldner heißt es, dass ein Kommandeur dazu auch eine Geheimdiensteinheit für tödliche Kommandoeinsätze zur Verfügung hätte.[2] Den Solchen Special Operation Forces gehören heute 50.000 Mann an und sie haben ein jährliches Budget von 7 Mrd Dollar.

Nach Brzezinski soll kein Staat oder keine Gruppe von Staaten die Fähigkeit erlangen dürfen, die Vereinigten Staaten aus ihren Stützpunkten in Eurasien zu vertreiben. Das Aufsteigen einer neuen Macht soll verhindert werden. Europa soll ein Eckpfeiler einer amerikanischen Schirmherrschaft über Eurasien werden.

Während die US-Regierung nun einerseits vorgibt, die Menschenrechte hochzuhalten, sind die USA andererseits eine der verbleibenden Nationen der Welt mit der Todesstrafe, und eines der Länder, das den internationalen Gerichtshof nicht anerkannt hat. Die USA haben die UN-Rechte für Kinder (UNICEF) nicht mit ratifiziert, sind aus dem Protokoll von Kyoto zur Umweltverschmutzung ausgestiegen, sie haben den Vertrag über antiballistische Raketen mit der Sowjetunion gekündigt, das Atombombenteststoppabkommen nicht mit ratifiziert, nicht das Verbot von Biowaffen, nicht das Ottowa-Abkommen über ein internationales Verbot von Personenminen und auch nicht das Verbot von Streubomben, die 2008 von über hundert Länder geächtet wurden. Sie begreifen die gemeinschaftlichen Institutionen UNO, WTO und NATO als Hilfsorganisationen, um ihren eigenen Willen durchzusetzen. Sie schrecken nicht davor zurück, auch internationale Organisationen zu erpressen und ihnen z.B. die Mitgliedsbeiträge vorzuenthalten. Sie halten sich für berechtigt, andere Länder militärisch anzugreifen, wenn diese bloß potentiell ihre Interessen gefährden könnten[3] oder wenn es geschäftliche Vorteile bringen könnte. Für die US-Regierung sind die Menschenrechte rundum nur ein Reklame-Slogan, mit dem sich Menschen gut ködern lassen, mehr nicht.

Nach dem immer gleichen Schema wird da von der US-Regierung der Führer eines Volkes zu einem Schurken aufgebauscht, vor dem man sein armes Volk schützen muss, und selbstverständlich bedient sich nur der böse Feind der Propaganda. Sie erheben sich moralisch über den Feind, fallen mit einer unvergleichlichen Waffenübermacht ein und schießen feige aus sicherer Entfernung auf den ärmsten militärischen Restposten. Dabei wird nicht einmal sichergestellt, dass Zivilisten, Frauen und Kinder verschont bleiben. Deren Tod nehmen sie locker als „kollaterale Schäden“ in Kauf.

Abb. 16: Der israelische Parlamentarier, Schriftsteller und Leiter der israelischen Friedenspartei Gush Shalom, Uri Averny. (Bild von seiner Webpage)

Sehr treffend beschreibt der israelische Schriftsteller Uri Averny am Beispiel des Irak-Krieges 2003 das politische Vorgehen der USA:

„Der Irak-Krieg beweist, dass die Welt im Jahr 2003 n. Chr. nicht wesentlich anders als 2003 vor Christi Geburt ist. Eine Militärmacht kann eine schwache Nation angreifen, ihr Land erobern und ihre Ressourcen plündern. Da gibt es kein Weltgesetz, keine Weltmoralordnung. Wer die Macht hat, hat das Recht. Die Waffen stammen aus dem 21. Jahrhundert, sie dienen aber Zielen des 19. Jahrhunderts. Es handelt sich um einen klassischen Kolonialkrieg. Der Irak ist im Begriff, eine amerikanische Kolonie zu werden und dies lange Zeit zu bleiben. Der fadenscheinige Vorwand stammt aus dem alten kolonialistischen Phrasenbuch. Ein Land wird erobert, um die Eingeborenen von ihrem grausamen Tyrannen zu "befreien". Ihre Ressourcen werden gestohlen, um ihren Lebensstandard zu verbessern, ihren Kindern eine (elementare) Schulbildung zu geben, eine Kolonialverwaltung aufrecht zu halten, die sie Demokratie lehrt.“

Neben dem Aufspalten von Bevölkerungen wird auch das Aufmischen von Bevölkerungen als Strategie eingesetzt, um ihre innere Geschlossenheit zu schwächen und innere Konflikte zu schüren. Deutschlands ehemaliger Außenminister Joschka Fischer spricht hier von einem „Verdünnen“ oder „Ausdünnen“ der Bevölkerung. In diesem Sinne scheinen sich die Amerikaner aktiv um eine innere Destabilisierung Deutschlands und Europas durch Entfremdung zu bemühen. Die gängige Argumentation von Presse und Regierung zur Begleitung dieser Maßnahmen sind dabei wenig glaubwürdig. Die Argumentation, dass Deutschland Einwanderer bräuchte, weil diese die Renten für die Deutschen erarbeiten würden, ist unglaubwürdig, weil die Einwanderer einen Großteil der Arbeitslosen stellen und so eher Renten aufbrauchen als verdienen.

Wenn eine Nation mit zu vielen ausländischen, fremden Mitbürgern und ihren anderen Sitten und Gebräuchen konfrontiert wird, so prallen diese aufeinander und es gibt über kurz oder lang Konflikte. Das sieht auch der Historiker Emmanuel Todd so, und das weiß jeder Soziologe.[4] Deutschland nimmt weit mehr Einwanderer auf, als die USA es in einem viel größeren und weiteren Land realisieren. So wurden im Jahr 2000 in Deutschland 187.000 Einbürgerungen gezählt,[5] während die USA nur rund 50.000 Personen pro Jahr aufnehmen. Und während die Amerikaner nur handverlesene, wirtschaftlich wertvolle Personen mit brauchbarer Berufsausbildung und Sprachkenntnissen aufnehmen, kommen nach Deutschland eher alle, die sich woanders wirtschaftlich nicht halten konnten, die irgendwo polizeilichen Ärger hatten, und auch Sprachkenntnisse spielen erstmal keine Rolle. Die Einwandererzahlen nach Deutschland werden den Bürgern gegenüber durch Teilung kaschiert und geschönt, man spricht immer nur von einzelnen Gruppen, summiert diese aber nie zusammen. Die Sache wird auch durch die Vergabe einer zweiten Staatsbürgerschaft vertuscht, wodurch sich viele Einwanderer als Deutsche rausrechnen lassen. Die Einwanderer bekommen Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Krankenversorgung, Unterkunft und Verpflegung vom deutschen Steuerzahler, was natürlich bei den eigenen Arbeitslosen für viel Unfrieden sorgt. Das ist insbesondere dann verständlich, wenn deutsche Arbeitslose erleben müssen, dass beispielsweise eine 6-köpfige Einwandererfamilie aus Russland auf den Schlag 150.000 € als Startgeld erhalten kann (mehr dazu an anderer Stelle). Murren aber die Bürger, schlägt regelmäßig die Presse mit der Ausländerfeindlichkeitskeule los und hält den Deutschen Rassismus vor.

Unter dieser Perspektive mag man verstehen, dass der Staat Israel für seine Bürger einen Platz auf diesem Planeten möchte, wo seine Bürger unter sich sein können. Störend wirken da die Palästinenser, die durch ihre schiere Anzahl leicht die Kultur des Landes dominieren könnten. Der israelische Historiker und Politikwissenschaftler Professor Ilan Pappe hat an der Universität in Haifa recherchiert, dass einerseits schon der Gründung des Staates Israel 1947/1948 eine planvolle ethnische Säuberung vorausgegangen ist und andererseits 1948 vom damaligen israelischen Ministerpräsidenten Ben Gurion ein Masterplan zur weiteren Vertreibung der arabischen Bevölkerung verabredet wurde. Nach der Veröffentlichung seines Buches erlebte Pappe einen gewissen Druck und sah sich gezwungen, seinen Wohnsitz nach Großbritannien zu verlegen.[6] Tatsächlich aber hat auch der amerikanische Präsidentenberater Richard N. Perle in seinem 1996 entstandenen Strategiepapier für den nahen Osten empfohlen, die Friedensvereinbarungen von Oslo aufzugeben und mit einer aggressiveren Strategie gegen die Palästinenser ihre Zentren in Damaskus, Bagdad, Tripolis und Gaza total zu vernichten.[7] Und der kanadische Professor der Wirtschaftswissenschaften Michel Chossudovsky legt auf einer Webpage heute dar, dass seit 2001 weitere systematische Pläne zur Vertreibung der Palästinenser aufgestellt und in Angriff genommen wurden, deren Inhalte besondere Abgründe menschlicher Gewissenlosigkeit zeigen:[8]

“Terrorize the civilian population, assuring maximal destruction of property and cultural resources... [T]he daily life of the Palestinians must be rendered unbearable: They should be locked up in cities and towns, prevented from exercising normal economic life, cut off from workplaces, schools and hospitals. This will encourage emigration and weaken the resistance to future expulsions"

Abb. 17: Abb. Veränderung in der Besetzung von Israel mit Palästinensern.

Unverhältnismäßige Bombardements seitens des israelischen Militärs gehören wirklich zum Plan, denn in einem Interview 2008 vor Beginn des Krieges gegen Gaza präsentierte der israelische Kommandant Yedioth Ahronoth seine Dahiyah Doctrine und sagte:[9]

“We will wield disproportionate power against every village from which shots are fired on Israel and cause immense damage and destruction.“

Dieses Vorgehen erklärt sich als bewusste Provokation gewünschter Verbrechen, nämlich des Raketenbeschusses durch die Hamas, der als Erklärung notwendig ist, um dahinter den Landraub rechtfertigen zu können. Deswegen werden die selbstgebauten, primitiven Raketen der Hamas auch nicht einfach mit Gatling-Kanonen entlang der Grenze abgeschossen. Während so 1948 die Gebietsanteile der Palästinenser gegenüber denen der israelischen Bevölkerung überwogen, so sind den Palästinensern heute nur noch Reste geblieben und die Säuberung ist bereits weit vorangeschritten (s. Abb. 17).

Ethnologischen Pläne gibt es aber nicht nur für den Nahen Osten, andere machen sich Gedanken darüber, wie es in Europa aussehen sollte. Am 21.3.2003 tagte das American Enterprises Institute und man umriss, dass ...

„the containment of Germany and France“

die Zukunftsvision für Europa sein sollte. Und William Kristol, Stabs-Chef der Administration des amerikanischen Präsidenten und Vorsitzender des Projektes für ein neues amerikanisches Jahrhundert meint, dass

„Splitting Germany away would be intelligent American diplomacy.“ [10]

Dazu gehört auch die sog. „Policy of Complementory Disfunction“, nach der eine hohe Arbeitslosigkeit wünschenswert ist, um eine Bevölkerung abhängig von ihrer Regierung zu machen.[11] Angesichts der Aktualität dieser Strategien dürfte Deutschland hier politisch in nächster Zeit also noch einiges bevorstehen.

Ging es den USA nach dem zweiten Weltkrieg darum, sich durch europäische Partnerschaften gegenüber der Sowjetunion zu behaupten, so gewann zwischenzeitlich ein direkteres Profitieren die Oberhand. Nach dem National Security Study Memorandum 200 (NSSM 200, s.u.) ist es erklärte amerikanische Strategie, politischen Einfluss auf die schnell wachsende Entwicklungsländer zu erhalten und in diesen Ländern pro-amerikanische Führungen zu installieren, die die Amerikaner dabei unterstützen, die Ressourcen zu bekommen, die das amerikanische Militär und die amerikanische Industrie brauchen. Dabei soll auch der Einfluss auf die UN und die Weltbank genutzt werden.

Für die Ausbildung des Führungspersonals anderer Staaten, insbesondere von Militärdiktaturen, sorgt die US-Regierung in einer speziellen Schule. Die US Army unterhält im Fort Benning im Bundesstaat Georgia die „School of the Americas“ (SOA) bzw. seit 2001 umbenannt in "Western Hemisphere Institute for Security Cooperation," von Bürgerrechtlern auch als „School of the Assessins“ (Schule der Attentäter) bezeichnet.[12] Hier werden die angehenden Führer von Vasallenstaaten in die wichtigen Geheimnisse der Landesführung eingewiesen, so darin, wie man Menschen und Wahlen gewinnt, oder wie man Aufstände anzettelt oder niederschlägt. Spezielle Ärzte lehren auch, wie man unliebsame Personen beseitigt, foltert und exekutiert - alles aus dem Curriculum ersichtlich. Diese Schule wurde 1946 für die Einwirkung in Mittelamerika gegründet, ihre Absolventen haben aber auch in Chile, Indonesien und Südafrika mitgewirkt. Unter den 60.000 Graduierten finden sich die Mörder tausender Zivilisten, so z.B. General Manuel Noriega, der einst in Panama ein Schreckensregime führte, zwei Generäle Guatemalas, die später des Genozids bezichtigt wurden, sowie Argentiniens Roberto Viola und Boliviens Hugo Banzer. 1950 half die Schule zusammen mit dem CIA in Guatamala mit gefälschten Oppositionellenstimmen im Radio ein amerikanisches Vasallenregime an die Macht zu bringen.[13] Auch der Attentäter und Mörder von El Salvadors Erzbischof Oscar Romero erhielt in Georgia seine Ausbildung. Laut William Blum waren die USA zwischen 1945 und 2005 an mind. 50 Attentaten beteiligt.[14]

Der Pulitzer-Preis-Gewinner Seymour Hersh sagte Anfang 2009 auf einer Veranstaltung an der Universität von Minnesota, dass Ex-Vizepräsident Dick Cheney das Kommando über ein spezielles Attentäter-Kommando gehabt hätte, die auf Befehl und ohne weitere Rücksprache in anderen Ländern gezielt bestimmte Leute umbringen würden.[15] Auch diese Killerkommandos dürften an der SOA dürfte geschult worden sein, genauso wie die, die unter dem Operationsnamen „Phoenix“ als Green Baretts im Vietnamkrieg tausende Personen mit organisierten Todesschwadronen getötet haben.[16] Opfer waren Lehrer, Ärzte, Journalisten, Intellektuelle und andere Oppositionelle, die ihren Unwillen gegenüber der US-Politik zum Ausdruck gebracht hatten. Auch wollte man dem Gegner so die Rückgriffsmöglichkeit auf menschliches Führungspotential nehmen. Es gab dazu Todeslisten, die von Killerkommandos systematisch abgearbeitet wurden. Insider nehmen an, dass auch im Irak ähnlich vorgegangen wurde.[17] Schon unter Saddam Hussein sollen 1963 anhand von Todeslisten der CIA systematisch Ärzte, Lehrer, Anwälte und politisch andersdenkende Personen eliminiert worden sein.[18] An der School of the Americas dürften ferner auch die Spezialisten des SAP, des Special Access Programms, ausgebildet worden sein, die in Guantanamo, in Abu Graib bei Bagdad und an vielen anderen geheimen Orten gefangene „Terroristen“ verhörten, d.h. systematisch folterten. Eingegliedert waren diese Akteure z.B. in der 205-ten US Military Intelligence Brigade, die im hessischen Wiesbaden-Erbenheim stationiert ist.[19]

Ein ehemaliger Lehrer berichtet über die Schule:

“The SOA continues to teach military practices to control civilian populations, directly violating treaties of the Organization of American States, domestic and international human rights laws, the General Agreement on Tariffs and Trade, NAFTA and other laws.”

Über 300 katholische Bischöfe haben sich bereits für die Schließung dieser Schule eingesetzt, darunter 8 Erzbischöfe und der Präsident der amerikanischen Konferenz katholischer Bischöfe, Bischof Joseph Fiorenza. Sie haben eine entsprechende Petition unterschrieben. Auch die Konferenz der 78.000 katholischen Nonnen hat eine entsprechende Petition eingebracht.[20] Aber die Schule arbeitet weiter.

Langsam können wir uns vorstellen, was sich in all den Ländern zugetragen hat, in denen die USA in den letzten 50 Jahren Krieg führten, wie da Kriege angezettelt und Vasallenregime implementiert wurden.

Es lohnt deswegen ein näherer Rückblick auf das Geschehen im Balkan-Krieg gegen Serbien und Bosnien, an dem auch Europa, die NATO und die Bundesrepublik beteiligt waren. Interessant ist hier zunächst eine Passage aus dem amerikanischen Defense Planning Guide. Darin heißt es:

"We must seek to prevent the emergence of European-only security arrangements which would undermine NATO."

So übernahmen die Amerikaner im Vorgarten Europas die militärische Oberhand. Als man dann endlich das Dayton Agreement 4.12.1995 fertig hatte, das die Regelungen für den zukünftigen Balkan enthielt, stellten viele fest, dass es sich hierbei eigentlich weniger um eine Vereinbarung handelte als vielmehr um eine totale und bedingungslose Kapitulationserklärung, welche der NATO und allen voran den USA die uneingeschränkte Macht eines Kolonialherrschers einräumte: freier Zugang zu allen Einrichtungen im ganzen Land und Straffreiheit für die eigenen Truppen. Alle Radio- und Fernsehsender im Land, die antiamerikanische Kritik sendeten, wurden ausgeschaltet. Die US-Regierung durfte Wahlergebnisse oder Gerichtsbeschlüsse überstimmen, wenn diese ihnen nicht gefielen, und der IMF bekam die Kontrolle über die Bosnische Zentralbank. So war die Bezahlung gesichert, als die Amerikaner eine spezielle serbisch-kroatische Armee aufbauten, die etwa 100 Mio $ kostete. Und dann erklärte der NATO-General Wesley K. Clark, man würde auch tödliche Waffen gegen unbewaffnete Serben einsetzen, wenn diese Steine auf die Friedenstruppen werfen.

Die Schriftstellerin Ajundhati Roy hat offensichtlich nicht Unrecht, als sie den USA in einer Rede in New York vorwarf, den Demokratie-Begriff zu prostituieren:

„John Ashcroft, Generalstaatsanwalt der USA, erklärte unlängst, dass die Freiheiten der USA "nicht von irgendeiner Regierung oder durch irgendein Dokument gewährt wurden, sondern (...) gottgegeben sind.
Hier stehen wir also, die Völker der Welt, konfrontiert mit einem Imperium, das mit einem Mandat des Himmels gerüstet ist und, als zusätzliche Versicherung, dem besten und größten Arsenal an Massenvernichtungswaffen in der Geschichte. Wir stehen einem Imperium gegenüber, das sich selbst das Recht verliehen hat, nach Gutdünken in den Krieg zu ziehen, wann immer es möchte, und das Recht, Menschen von korrupten Ideologien, von religiösen Fundamentalisten, Sexismus und Armut zu befreien - nach der guten, altbewährten Methode der Vernichtung. Das Imperium marschiert, und sein neuer, schlauer Schlachtruf heißt "Demokratie" - Demokratie, die einem via Bombenteppich frei Haus vor die Tür geliefert wird. …
Jede Art von Gewalt findet im Namen der Demokratie statt. Der Begriff ist ausgehöhlt - eine schöne Hülle ohne Inhalt und Bedeutung. Demokratie kann jede beliebige Gestalt annehmen, sie ist die Hure der freien Welt, die sich ganz nach Wunsch aufputzt oder auszieht, jeden Sonderwunsch bereitwillig befriedigt und sich jederzeit be- und ausnutzen lässt.“

Und abschließend der passende Song zu diesem Blog: John Lennon, Imagine ...



[1] Zbigniew Brzezinski: The Grand Chessboard. 1997. Deutsch: Die einzige Weltmacht – Amerikas Strategie der Vorherrschaft. Berlin, 1997.
[2] Sozialwissenschaftler im Dienste von Mörderbanden. http://www.mein-parteibuch.com/, 14.12.2008.
[3] So steht es in ihrem Defense Planning Guide (siehe auch Seite www.DefensePlanningGuide).
[4] Emmanuel Todd: Weltmacht USA. Ein Nachruf. Piper, München, 2004.
[5] Dazu kamen 2002 noch 71.000 Asylbewerber. Aus Karakasoglu und Lüddecke: Migrationsforschung und interkulturelle Pädagogik, Münster, 2004, 205-214.
[6] Ilan Pappe: Die ethnische Säuberung Palästinas. Verlag Zweitausendeins, 2007.
[7] A Clean Break: A New Strategy for Securing the Realm.
[8] Michel Chossudovsky: The Invazion of Gaza: “Operation Cast Lead”, Part of a broader Israeli Military Agenda. http://www.globalresearch.ca/, 04.01.2009.
[9] Amos Harel: ANALYSIS/IDF plans to use disproportionate force in next war. http://www.haaretz.com/. 05.10.2008.
[10] Guy Dinmore: Ideologues reshape world over breakfast, Financial Times, 22.3.2003, http://www.globalpolicy.org/security/issues/iraq/attack/2003/0322reshape.htm
[11] Silvia Weiss: Irak - Globalisierung durch Krieg. Impulsreferat in der Attac-Projektgruppe III des Irak-Hearings in Berlin am 19.6.2004.
[12] Herbert Hasenstein: Warlords Incorporated, Telepolis, 3.9.2003.
[13] http://www.thislife.org/, Sendung vom 30.11.2001, http://electronicintifada.net/v2/article1140.shtml
[14] William Blum: Schurkenstaat. Kai Homilius Verlag, 2006.
[15] Cheney supervised ‚assassination ring‘? http://www.presstv.ir/, 12.3.2009.
[16] Andreas von Bülow: Im Namen des Staates. Piper, München, 2000, S. 196.
[17] Gerhard Wendenbourg: Irak: Den Widerstand im Blut ertränken. Lebenshaus Schwäbische Alb, http://www.lebenshaus-alb.de/, 2.4.2004.
[18] Arundhati Roy: Instantmischung für imperiale Demokratie. Vortrag in der Riverside Church in New York City am 13.5.2003. www.lebenshaus-alb.de
[19] Matthias Bröckers: Die Folterbrigade. Telepolis, 17.05.2004.
[20] http://www.soaw.org/, und WHINSEC

3 Kommentare:

  1. Es ist nicht zu fassen, kaum zu glauben aber es ist wohl alles wahr. Da kann nur noch Einer helfen. "Herr bleib bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget" heist es in einer schönen Chorkantate. Wie wahr

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  2. Sollte es sich bei den Menschen tatsächlich um eine mehr oder weniger vernunftbegabte Spezies handeln, so sollten sie sich nicht auf einen ominösen "Herrn" oder Gott verlassen, sondern nach reiflicher Überlegung versuchen, Mitstreiter zum Denken und anschliessenden Handeln zu motivieren, um so die über sie und uns einbrechenden Lügen, Halbwahrheiten und verschwiegenen Tatsachen die Heuchelei der derzeit herrschenden Polit- und Wirtschaftsklasse zu entlarven und dieses Wissen nach Möglichkeit im Sinne einer uneingeschränkten Wahrheit (historischer und derzeitiger Vorgänge), die einem tatsächlichen Frieden vorausgehen muss, anschliessend gegen sie verwenden.
    Ohne Wahrheit und Freiheit kann es langfristig keinen Frieden geben!

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  3. Wenn es so einfach wäre ...
    Dann würde zumindest e i n Jude in den palestinensisch besetzten Gebieten - zum Beispiel im Gaza-Streifen oder in Jordanien - leben. Oder e i n e r in den anderen arabischen Staaten - aber Fehlanzeige: Warum wohl? Weil alle Juden böse sind oder weil sich das die lieben Leute dort so vorstellen?
    Israel war noch nicht fertig gegründet, als die arabischen Staaten schon einen Vernichtungskrieg gegen es angefangen haben: mit dem ausdrücklichen Ziel, die Juden zu vertreiben: Wie organisiert man mit solchen Leuten ein friedliches Zusammenleben (von Brieffreundschaften einmal abgesehen)?

    Wenn man sich wirklich für die Verbesserung der Welt einsetzen will, dann bitte nicht, indem man sich der politischen Propaganda von Palywood kritiklos unterwirft: Sonst im man deren geistiger Sklave.

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